Handel

Warnstreiks vor der 4. Verhandlungsrunde

Tarifrunden Handel BaWü 2021

Warnstreiks vor der 4. Verhandlungsrunde

Tarifverhandlungen im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel
Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021



Am 16. September werden in Korntal-Münchingen in vierter Runde die Verhandlungen über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für die rund 490.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel wieder aufgenommen. Der bisher geltende Tarifvertrag ist bereits Ende März ausgelaufen. Die bisherigen Tarifgespräche waren jedoch ergebnislos geblieben.

ver.di fordert für eine Laufzeit von 12 Monaten u. a. tabellenwirksame Erhöhungen der Löhne und Gehälter um 4,5 % plus 45 € sowie einen rentenfesten tariflichen Mindestlohn von 12,50 € in der Stunde. Zudem wird die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge eingefordert. Die Arbeitgeber haben bisher nur ein einziges und völlig unzureichendes Angebot abgeben, das für 36 Monate tabellenwirksame Entgelterhöhungen von insgesamt 5,4 % vorsieht.

Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ab dem heutigen Freitag, 10. September, wieder zu Streiks und Protestaktionen auf. Zum Auftakt werden heute die Beschäftigten mehrerer Betriebe in Karlsruhe und Pforzheim die Arbeit niederlegen und sich ab 10:30 Uhr zu einer gemeinsamen Protestkundgebung vor Galeria Karstadt in Pforzheim versammeln.

Auf der Kundgebung wird der ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke zu den Streikenden sprechen.

Von den Streiks betroffen sind 3 Kaufland-Filialen, 2 Kaufhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof, sowie Filialen von H&M und Primark.

„Die Umsätze im Handel laufen gut, die Beschäftigten im Handel haben in den letzten 1,5 Jahren unter schwierigsten Bedingungen einen super Job gemacht, da lassen wir uns jetzt nicht mit Almosen abspeisen“, so Thomas Schark, ver.di Gewerkschaftssekretär für den Bereich Handel in Pforzheim und Karlsruhe.

Auch in den kommenden Tagen wird es in Baden-Württemberg weitere, zum Teil mehrtägige, Streiks im Einzelhandel geben.

„Die Beschäftigten im Einzelhandel sind stinksauer, für ihre gute Arbeit sollen sie nicht einmal den Inflationsausgleich bekommen. Das ist von den Arbeitgebern nicht der Respekt, den die Einzelhandelsbeschäftigten gerade in der Pandemie verdient haben“, erklärte Bernhard Franke von ver.di. „Wir erwarten am 16.09.21 endlich ein akzeptables Angebot“, so Franke weiter.