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Ein weiterer Schritt in Richtung Tarifflucht

SLK Kliniken

Ein weiterer Schritt in Richtung Tarifflucht

SLK Kliniken planen Einstieg in die Arbeitnehmerüberlassung ein
Plakat mit Aufschrift "Profite pflegen keine Menschen Stefan Fahl Ein weiterer Schritt in Richtung Tarifflucht  – SLK Kliniken


Wie der Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung am 03.05.2021 zu entnehmen ist soll der Kreistag über den Einstieg der SLK Kliniken in die Personalagentur Lumis Südwest GmbH entscheiden. Laut Beschlussvorlage wolle man damit besser auf die Folgen des Fachkräftemangels im Krankenhauswesen reagieren.

„Das spannende an dem Plan ist nicht nur die Frage woher Lumis Südwest denn das Personal bekommen will. Sondern auch warum sie billiger sein sollten, als andere Anbieter auf dem Markt.“, so Arne Gailing, ver.di Gewerkschaftssekretär.

„Wir wissen um den Druck, der auf den Krankenhäusern lastet. Das Finanzierungsmodell der Krankenhäuser ist an die Leistungen gekoppelt. Bleiben Leistungen, wie z.B. OPs und Behandlungstage aus, so erhält das Krankenhaus weniger Geld, wobei Kosten für Personal und Infrastruktur dennoch weiterlaufen. Ein Grund für den Einstieg in die Personalagentur ist, flexibler auf die Belegungssituation reagieren zu wollen. Dadurch lässt sich Stammpersonal einsparen. Beschäftigte von Personalagenturen können von Arbeitgebern bestellt werden, wie sie es gerade brauchen. Das Risiko der Belegungsschwankungen wird dann auf die Beschäftigten der Personalagentur abgewälzt. Da die Bereitstellung aber nicht von heute auf morgen geht und die Kolleg*innen auch erst eingearbeitet werden müssen hat das gravierende Folgen für die festangestellten Kolleg*innen der SLK Kliniken haben.“, so Gailing weiter.

Seit Jahren bemängelt die Gewerkschaft ver.di die schlechten Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen und speziell in den Krankenhäusern. Sowie die Fehlanreize durch die Fallpauschalen. Die Folgen daraus sind Überlastung des Personals, hohe Fluktuation und nicht selten der Berufsausstieg. Entgegensteuern könnten Arbeitgeber mit attraktiven Arbeitsplätzen und einer wirksamen Belastungsgrenze für das Personal.

Ein weiterer Schritt in Richtung Tarifflucht

Bereits 1999 wurde die Service-GmbH Klinik Löwenstein als 100%ige Tochter der Klinik Löwenstein gegründet. Inzwischen hat die Service GmbH deutlich mehr Beschäftigte als die Klinik Löwenstein. Diese bietet neben Reinigungsleistungen und der zentralen Speiseversorgung der SLK auch Dienste im Bereich Hol- und Bringdienst an, sogar die Haustechnik, Pfortenbeschäftigte und die Physiotherapeut*innen sind in der Service GmbH zu finden. Alles Tätigkeiten, die früher durch Beschäftigte der SLK Kliniken bzw. Klinik Löwenstein erbracht wurden.

Früher wurden diese Bereiche nach TVöD bezahlt und hatten feste Arbeitsverträge. Die Service GmbH selbst hat keinen Tarifvertrag, wendet aber teilweise den allgemeinverbindlichen Teil der Mindestarbeitsbedingungen für Gebäudereiniger an. Auf die Service GmbH angesprochen sagt Arne Gailing „Durch die Service GmbH wurden verhältnismäßig gut bezahlte und sichere Jobs abgebaut, die SLK spart dadurch jedes Jahr vermutlich Millionen auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir sehen eine Entwicklung, in der immer mehr Bereiche über die Service GmbH abgedeckt werden.

Damit gehen tarifgebundene Arbeitsplätze verloren. Alles nur für eine gute Bilanz, von einem Arbeitgeber in öffentlicher Trägerschaft würde ich mir mehr Verantwortungsbewusstsein wünschen.“

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