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Tarifrunde Deutsche Post AG: Mitgliederbefragung zum Tarifangebot

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Tarifrunde Deutsche Post AG: Mitgliederbefragung zum Tarifangebot

Magazin bewegen (02/2018)
bewegen (02/2018) ver.di bewegen (02/2018)  – Tarifrunde Deutsche Post AG: Mitgliederbefragung zum Tarifangebot

 
„Es ist ein schwieriges Angebot, das zwar zu allen unseren Forderungen Elemente enthält, zugleich aber auch hinter unseren Erwartungen zurückbleibt. Das betrifft vor allem den zweiten linearen Erhöhungsschritt von 2,1 Prozent im Jahr 2019. Deshalb hat unsere Tarifkommission entschieden, eine Mitgliederbefragung über die Annahme des Angebotes durchzuführen“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis am 28. Februar unmittelbar nach der Sitzung der Konzerntarifkommission. Wenige Stunden zuvor hatte die Deutsche Post AG in der vierten Verhandlungsrunde vom 26. bis 28. Februar der ver.di-Verhandlungskommission ein Tarifangebot vorgelegt, ohne dass es zuvor ein Einvernehmen zu allen Verhandlungspunkten gab.

Es war in dieser vierten Verhandlungsrunde intensiv und kontrovers über die Forderung zur Tariferhöhung verhandelt worden. Schon nach der dritten Verhandlungsrunde vom 19./20. Februar hatte sich die Deutsche Post AG einer linearen Entgelterhöhung im Jahr 2018 verweigert. Deshalb hatten die ver.di-Mitglieder vor dieser vierten Runde den Druck erhöht. Bundesweit sind am 22. und 23. Februar rund 3000 Zustellerinnen und Zusteller in den Warnstreik getreten. Zentrale Kundgebungen gab es in Karlsruhe, Kaiserslautern, Köln, Dortmund, Hannover, Neumünster, Magdeburg, Alsfeld, Nürnberg, München und Plattling.

Es war dann in der vierten Verhandlungsrunde zwar möglich, in Verhandlungen über eine lineare Erhöhung in diesem Jahr 2018 zu treten, aber ein Einvernehmen hierüber konnte nicht erzielt werden. In einer Vielzahl von Runden wurde versucht, eine deutlichere Erhöhung durchzusetzen. Die Deutsche Post AG hat nach 37 Stunden Verhandlungen der ver.di-Verhandlungskommission erklärt, dass es in diesen Fragen keinen Verhandlungsspielraum mehr gäbe und schließlich nach einer Unterbrechung ein Tarifangebot überreicht.

In diesem Tarifangebot sind mit der Umlegung des variablen Entgeltes, der Schaffung einesWahlmodells für Entlastungszeit und der Fortschreibung der Postzulage drei der vier ver.di-Forderungen voll erfüllt. Anders ist das Angebot hinsichtlich der linearen Erhöhungen von in Summe 5,1 Prozent zu bewerten. Berücksichtigt man die hervorragende Bilanz der Deutschen Post AG, muss festgestellt werden, dass die Deutsche Post AG diejenigen, die für den Unternehmenserfolg unverzichtbar sind – die Beschäftigten – nicht ausreichend über eine angemessene Tariferhöhung am Unternehmenserfolg teilhaben lässt. [...]

 
Themen in dieser Ausgabe:
Mitgliederbefragung zum Tarifangebot der Deutschen Post AG +++ Betriebsratswahlen: Wer wählt, kann sich besser schützen – Interview mit Rolf Bauermeister. Betriebsrat aus Leidenschaft – Interessenvertretung bei der PIN Mail AG +++ Tschechischer LKW-Fahrer klagt auf Mindestlohn +++ Schutz für Beschäftigte bei FedEx